Lifestyle Blog aus Tübingen
Hey, hier findest du alles zu -Bloggen-, viel Spaß mein Stöbern!

Das gekaufte Internet – Affiliate Marketing

Das gekaufte Internet - Affiliate Marketing

Im ersten Teil dieser Serie habe ich euch gezeigt, wie gekaufte Produktrezensionen zustande kommen. Im zweiten Teil komme ich nun zu einem Thema, das mich selbst betrifft und ich daher genau weiß, wie heikel dieser Bereich des gekauften Internets ist. Es geht um Affiliate Marketing, einer der großen Einnahmequellen von Blogs und vieler Webseiten.

Was ist Affiliate Marketing?

Ich erinnere mich noch lebhaft an die Gattung der Vertreter. Von Haustür zu Hautür ziehend, Staubsauger, Haushaltsschüsseln oder Töpfe im Gepäck. Klar, es gab kein Internet, größere Einkaufspaläste existierten zwar in der Stadt aber nicht auf den vielen, vielen kleinen Käffern in der Provinz. Fernsehwerbung war teuer. Es war die Zeit der Katalogbestellungen und Vertretern.Was hat das nun mit Affiliate Marketing zu tun? Genau genommen, existiert diese Zeit immer noch - mit verjüngten Methoden in digitalisierter Form. Der Verkäufer zieht nicht mehr zeitaufwendig durch die Straßen, sondern erstellt eine Internetseite, auf denen er Produkte bewirbt. Damit seine Kunden zu ihm finden, ist er Spezialist auf dem Gebiet Suchmaschinenoptimierung, also der Kunst wie ich eine Internetseite bei Google, Bing und Co. in den Suchergebnissen möglichst weit oben platziere.Auf dieser nun für ein Thema häufig besuchten Seite findet der Leser verlinkte Produktempfehlungen. Folgt er diesen Links, wird er in Onlineshops geleitet und bei erfolgreichem Kaufabschluß erhält der Websitebetreiber, von dessen Seite der Kaufinteressent weitergeleitet wurde eine Provision.Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate Links. Sie sind mit Trackingcodes ausgestattet, um abgeschlossene Verkäufe in den Onlineshops, vorher besuchten Websites und deren Betreibern zuordnen zu können.

Wie viel kann mit Affiliate Marketing verdient werden?

Die Art der Provision und Höhe ist sehr unterschiedlich. Es gibt verschiedene Bezahlmodelle: Vergütung der Weiterleitung von Interessenten auf eine Website, Provision bei erfolgreichem Verkauf, Provision bei Abschluss eines Abonnements oder Anlegen eines Accounts, Teilnahme an einem Gewinnspiel etc. Prozentuale Provisionen bewegen sich meist in Höhe von 1% - 20 % des Verkauspreises.Gut gestaltete Internetseiten mit nachgefragten Produkten können so mehrere 1000 EUR im Monat verdienen. Die meisten Affiliate nutzenden Webmaster werden allerdings nur ein paar EUR im Monat verdienen.####

Affiliate Marketing in der Praxis

Affiliate Marketing ist ein Erfolgsmodell. Inzwischen nutzen fast alle Webseiten Affiliate Links, um Einnahmen zu generieren. Dadurch verteilt sich der Kuchen zwar auf immer mehr Menschen aber für alle bleiben noch ordentliche Stücke übrig. Prominente Beispiele von Webseiten, die offensiv mit Affiliate Ihre Einnahmenseite hochtreiben sind Chip.de oder Check24.de.Im Prinzip ist Affiliate Marketing eine gute Möglichkeit mit Webseiten Geld zu verdienen. Der Webseitenbetreiber ist vollkommen unabhängig darin, welche Produkte beworben oder gar empfohlen werden und kann die Links nach freiem ermessen einbauen.Tja, wo Licht ist, ist leider auch Schatten. In den letzten Jahren hat sich das Modell Affiliate Webseite leider über die Maßen ausgebreitet: Webseiten, die lediglich für einen Zweck erstellt werden - dem Einbau von Affiliate Links und der Maximierung des eigenen Einkommens. Nicht der Inhalt der Website steht hier im Vordergrund sondern der Verkaufsabschluss und die Höhe der Provision.

Die Qualität von reinen Affiliate Seiten

Diese Seiten sind maximal suchmaschienenoptimiert - auch mit Einsatz von Geld. Das Aussehen der Seiten soll Seriosität transportieren. Waschmaschinen Test, Toaster Test, Matratzen Test...diese Seiten suggerieren sachliche Vergleichstests. Dabei sind die Informationen meist lediglich der Produktbeschreibung entnommen, Rezensionen oder Bewertungen sind oft aus der Luft gegriffen.[caption id="attachment_1312" align="aligncenter" width="1903"]gekauftes-internet-wie-funktioniert-affiliate-marketing Eine seriös wirkende und sehr gut bei Google platzierte Affiliate Seite[/caption]Nehmen wir das Beispiel dieser sehr schick aussehenden, auf Affiliate setzenden Webseite. Hier werden angeblich die Testsieger 2017 vorgestellt. Doch es ist gar nicht klar, wie diese "Testsieger" ermittelt wurden.Wer genauer hinschaut, liest dort von einem jungen Team, dass für uns die besten und beliebtesten Matratzen ausgesucht hat. Aha. Es handelt sich hier also nicht, um einen sachlichen Vergleich sondern einer Auswahl (gut verkäuflicher) Matratzen.Kein Wunder also, dass die von Stiftung Warentest im großem Matratzentest 2017 u.a. empfohlene Matratze Casper in dieser Auflistung nicht vorkommt. Diese Matratze ist hinter der wirklich tollen Bodyguard Matratze am besten getestet worden. Es handelt sich bei Casper allerdings um eine recht teure und daher wahrscheinlich für Affiliate eher unattraktive Matratze - oder die Seite ist einfach nicht aktuell.

Copy & Paste Affiliate Seiten

Die genannte Webseite gehört dabei wirklich noch zu einer der Top-Affiliate Seiten. Zusätzlich zu dem zweifelhaften Matratzentest, finden sich auf dieser Seite viele Informationen zu der Auswahl der richtigen Matratze.Neben vielen wunderbaren und verantwortungsvoll aufgebauten Webseiten, die auf Affiliate setzen, stehen leider auch irreführende, ohne zusätzlichen Inhalt zusammengeschusterte und mit Bannerwerbung gepflasterte Portale. Im Prinzip sind so ein paar Affiliate Seiten kein Problem, allerdings beobachte ich selbst, dass diese Seiten in den Suchmaschinen extrem erfolgreich platziert sind. Ihre Anzahl steigt. Die Affiliate Seiten beginnen wesentlich informativere aber nicht so gut SEO-optimierte Seiten zu verdrängen.

Empfohlen wird, was Geld bringt?

Wie einfach wäre es, teure Produkte zu bewerben, die zwar nicht besser sind für mich aber mehr Provision bringen würden? Ich spreche hier von Verantwortung und dem fließendem Übergang zu Schleichwerbung. Denn nicht immer, entsprechen die Produktempfehlungen auch wirklich den persönlichen Vorlieben des Autors und gerne wird auch mal ein Produkt in die Kamera gehalten, lediglich weil man es geschenkt bekam.Auf meinem DIY Blog Wendys Wohnzimmer wurde mir diese Problematik schlagartig bewusst, als nach einigen Monaten wirklich mal Jemand ein von mir vorgeschlagenes Produkt über meine Seite erwarb. Mit Wendys Wohnzimmer verdiene ich leider nicht sonderlich viel an Affilliate, da ich immer versuche, günstige Produkte und günstige Alternativen vorzustellen. Eben Sachen, die ich mir selbst leisten kann. Das war nicht immer so. Zu meiner eigenen Schande muss ich gestehen, dass ich zu Begin auch sehr lax mit dem Thema umgegangen bin. Ich war mir der Verantwortung und des Einflusses einfach nicht bewusst. Umso mehr mein Blog wuchs, desto größer wurde allerdings die Erkenntnis: ich habe Einfluss auf andere Menschen! Wie würde Peter Parkers Onkel Ben sagen?  Aus großem Einfluss folgt große Verantwortung!

Sichtbarkeit von Shops & Produkten, mit gutem Affiliate Programm

Ich behaupte, dass Amazon unter anderem durch sein hervorragend funktionierendes Affiliate Programm eine so große Vormachtstellung im Internethandel erreicht hat. Denn Amazon besaß schon sehr früh ein transparentes und gut funktionierendes Affilliate Programm. Während ich bei anderen Plattformen manchmal 6 Monate (!) auf Auszahlung meiner Provision warte und die Verkaufsrate irgendwie auffällig gering ist, wirkt das Amazon Programm sehr viel transparenter und die Provisionen werden täglich berechnet und pünktlich gut geschrieben.Welcher Onlineshop wird wohl als Affiliate-Partner bevorzugt? Wie viel Einfluss hat der Einbau von Affiliate Links auf Wachstum, Größe und Bedeutung eines Onlineshops? Ich behaupte viel. Jede Website, jede Empfehlung beeinflusst, wie wir das Internet sehen, welche Shops und Produkte für uns überhaupt sichtbar sind.

Verquickung von redaktionellen Inhalten und Werbung

Die Verquickung von journalistischen Inhalten und Werbung ist heikel, da für den Leser nicht mehr ersichtlich ist, was nun persönliche oder gekaufte Meinung ist. Bereits vor der Explosion digitaler Angebote war dieses Problem allseits bekannt und hat sich in entsprechende Gesetze niedergeschlagen. 

Im Fernsehen werden Spots mit Werbung angekündigt, in Zeitschriften gibt es einen abgetrennten Teil für Anzeigen und gekaufte Inhalte müssen deutlich gekennzeichnet werden.Affiliate Links in redaktionellen Inhalten werden meistens (nicht immer) vom Autor gekennzeichnet. Aber nicht immer ist ersichtlich: handelt es sich hier um eine echte Empfehlung oder ist dieser Link gekauft oder vielleicht mit Produktproben erschlichen? Dass hinter diesen Links immer eine finanzielle Absicht steckt, das wissen wir ja inzwischen.

Das Dilemma - Werbung Werbung Werbung

Die großen Zeitungsverlage haben vorgelegt, im Internet ist alles kostenlos. Haupteinnahmequelle ist die Werbung. Davon können viele auch gut leben. Einige machen daraus einen kleinen oder größeren Nebenverdienst. Das ist auch gut so. Ich stehe voll hinter werbefinanzierten Angeboten. Sie ermöglichen, dass du und ich viele, sehr viele Dienste kostenlos nutzen können, die es früher gar nicht gab. Sehr viele Autoren gehen absolut verantwortungsbewusst mit dem Einsatz von Werbung um, kennzeichnen diese für Ihre Leser und lassen auch mal Einnahmequellen aus, wenn sie nicht dahinter stehen.Das zirkulierende Geld führt allerdings auch zu Auswüchsen und einer Form des gekauften Internets, dass wir so, sicher nicht wollen. In Bezug auf Affiliate Marketing sehe ich diese Auswüchse vor allem in den zahlreichen, ohne sinnvollen Inhalt gepushten Affiliate Seiten. Durch schlaues Anpassen an einen Suchmaschiennalghoritmus werden diese Seiten nach oben gespült und verdrängen "echte" Inhalte, Content, der einen Mehrwert bietet und inspirieren könnte.

Thanks für reading

Lifestyle-Blog-Tübinen-Life-Work-Travelabc

Das gekaufte Internet – Produktrezensionen auf Amazon & Co.

Das gekaufte Internet - Produktrezensionen auf Amazon & Co.

Meine erste selbst abonnierte Zeitschrift war die PC Player. Ja, ich habe gerne Computer gespielt und las jeden Spieletest mit Hingabe.Die Bewertung erfolgte nach Punkten. In jedem Bereich waren Punkte zu holen: Benutzung, Spieltiefe, Grafik, Umfang ... am Ende stand eine Gesamtpunktzahl und ein Fazit. Natürlich interessierte und begeisterten mich auch andere Bereiche der PC Player aber die Spieletests bilden für mich das Highlight der Zeitschrift.Fiel die Entscheidung für ein neues Computerspiel, gehörte es garantiert zu den von PC Player  besonders ausgezeichneten und hochbewerteten Spielen. Ich wurde niemals enttäuscht und immer stimmte die Rezension mit meinen persönlichen Eindrücken überein.

PC Player war gestern - Produktrezensionen sind 2018

Vollführen wir den Sprung in das hier und jetzt. Inzwischen besitzt fast jeder Onlineshop ein Bewertungssystem und die Möglichkeit Produkte zu rezensieren. Der mehr oder weniger zufriedene Kunde kann in diesem Rahmen seinen Erfahrungen Ausdruck verleihen und Beschreibungen des Produkts abliefern. Die Fachzeitschrift - mit enthaltenen Produktrezensionen - ist zwar nicht gänzlich überholt, hat aber spürbar Konkurrenz bekommen. Der "kleine" Bürger kann nun selbst den Daumen nach oben oder unten vergeben. Die Demokratisierung der Rezension. Eine ziemlich gute Einrichtung, die rege genutzt wird.
Ich schreibe selbst sehr viele Produktrezensionen. Ich möchte Menschen bei Ihren Entscheidungen unterstützen. Und ich möchte gute Produkte und Firmen mit meinen Bewertungen unterstützen.

Bewertungssyteme - hilfreich aber nicht immer aussagekräftig

Leider, leider sind diese Bewertungsysteme mit Vorsicht zu genießen. Zum einen gibt es den überanspruchsvollen, nörgelnden Bürger, der niedrigste Bewertungen vergibt, weil das Paket beschädigt bei Ihm ankam oder ein falscher Artikel versandt wurde. Gefühlt nimmt die Zahl dieser Bürger immer mehr zu. Es wird viel erwartet und Fehler unterlaufen schließlich nur den Anderen.Zum anderen - und das ist viel schleichender und verzerrender - werden Rezensenten für Ihr Feedback bezahlt oder beeinflusst - für positive wie negative Produktbewertungen!Bei Produkten, die nur eine geringe Anzahl an Bewertungen besitzen, wiegen diese gefälschten Bewertungen besonders schwer.

Gekaufte  Rezensionen von Produkten

Der ganz plumpe Weg ist, sich positive Bewertungen von willigen Schreiberlingen zu kaufen - oder seine Konkurrenten in Form von 1-Sterne Bewertung in den Ruin zu schreiben.Da Amazon tatsächlich ziemlich hinter dem Erhalt der Glaubwürdigkeit seines Bewertungssystems hinterher ist, besteht hierbei ein nicht unerhebliches Risiko aufzufliegen. So wurden in der Vergangenheit gegen entsprechende Plattformen, die Rezensenten und zahlungskräftige Auftraggeber zusammenbringen, rechtlich vorgegangen.

Gekaufte Rezensionen wird es immer geben

Klar, wo Mittel sind, da sind auch Wege. Statt leicht googelbare Plattformen zu konsultieren, geht man als Shop-Optimizer dann eben in Foren und geschlossenen Facebook Gruppen auf die Suche nach freien Mitarbeitern oder klaut sich E-Mails von Webseiten und erarbeitet sich seine persönliche Kartei der willigen Rezensenten. Dennoch ist es beruhigend, dass die ganz großen Sammelbecken von Amazon mehr oder weniger schnell trocken gelegt werden.[caption id="attachment_1559" align="aligncenter" width="680"]das-gekaufte-internet-produkt-rezensionen-amazon Rezension gegen Produkt? Über meine Website Wendys Wohnzimmer flattern fast täglich Anfragen nach Werbung und "Kooperationen" ein.[/caption]

Produktbewertungen jenseits von Amazon  - alles echt?

Ach, ein Wort zu Onlineshops die kein Amazon im Namen tragen: diesen Rezensionen ist in meinen Augen noch weniger zu trauen.Zum einen ist die Anzahl meist so gering, dass sie eh nicht aussagekräftig erscheint. Zum anderen  kann sich hier die Marketingabteilung bei Bedarf einfach einloggen und Ihre geschönten Rezensionen gleich selbst tippen - ganz ohne Kontrolle von außen. My Shop - My Rules. Wo ist der Praktikant, wenn man ihn braucht?Hört sich über den Kamm geschoren an? Ja, irgendwie schon. Das heißt nicht, dass ich nicht oft und gerne in unterschiedlichsten Shops online einkaufe und manchmal auch die Produktbewertungen lese - im Hinterkopf findet dabei aber immer die Vernunft ein Plätzchen.

Legale, "gefälschte" Amazon Bewertungen - wie kommen die nun zustande?

"Glücklicherweise" gibt es aber auch Möglichkeiten, Amazon Rezensionen  zu erhalten, ohne die Amazon-Richtlinien zu verletzen. Hierfür bieten sich Produkttester-Plattformen an, auf denen die Produkte vergünstigt oder kostenfrei an Produkttester vergeben werden.Diese sind nicht verpflichtet, eine Amazon-Bewertung abzugeben, sondern tun dies auf freiwilliger Basis. Sollte ihnen das Produkt nicht zusagen, steht es frei, eine neutrale oder gar negative Bewertung abzugeben.Im Prinzip sinnvoll und grade für neue Shops eine Möglichkeit schneller Bewertungen für Ihr garantiert tadelloses Produkt zu erhalten. Wäre da nicht das "Es", diese Ding was wir nicht so richtig unter Kontrolle haben.
Kunden, die ein Produkt kostenlos oder stark vergünstigt erhalten haben, neigen dazu, das Produkt positiv zu bewerten
Das nennt man dann wohl Win-Win-Situation.In den USA gehören solche Plattformen bereits zum Standard eines jeden erfolgreichen Amazon-Händlers. In stark umkämpften Produktkategorien werden dort zahlreiche Rabattcodes an Produkttester herausgegeben, um sich gegen Konkurrenten durchzusetzen oder seine Position zu festigen. Auch in Deutschland betreibt Amazon eine absolut legale Bewertungsplattform: zu Amazon Vine werden Rezensenten von Amazon anhand interner Ranglisten eingeladen.Legale BewertungsplattformenAmzstarsClub der ProdukttesterShopDocMyTest

Das gekaufte Internet - Produktrezensionen auf Amazon & Co.

Also alles Schmuh oder was? Nein! Ich behaupte, dass immer noch die Mehrzahl der Bewertungen echt sind. Aber daneben eben auch gekaufte und beeinflusste Rezensionen stehen.Sich der Mechanismen bewusst zu werden, trägt bereits viel dazu bei, das digitale Angebot aufmerksamer zu betrachten, seine ganz eigenen Schlüsse zu ziehen und entsprechend zu handeln.Mit einem Dank an die Legislative möchte ich an dieser Stelle erwähnen: auch wenn Beschreibung und Rezension nicht stimmen mag, das Recht auf Retoure haben wir immer und davon sollten Du und Ich im Fall der Fälle auf jeden Fall Gebrauch machen!Was also in Onlineshops ärgerlich ist aber immerhin kein großes Loch in den Geldbeutel reißt, ist auf anderer Ebene viel bedeutender für unsere Wahrnehmung und Meinungsbildung: das gekaufte Internet existiert. Und  nicht nur Rezensionen kommen teilweise unter fragwürdigen Umständen zustande. Viele Onlineshops und Hersteller investieren über sogenanntes Affiliate Marketing in die Sichtbarkeit Ihrer Produkte. Wie das funktioniert? Hier entlang.
Thanks für reading!Lifestyle-Blog-Tübinen-Life-Work-Travel
 

abc

Was ist bloggen? Warum verdient man da Geld – Im Nebenjob Blogger

Was ist bloggen? Warum verdient man da Geld - Im Nebenjob Blogger

Früher waren die besonders brennenden Fragen beim kennenlernen von Menschen, welche Musik hörst du, welches Buch liest du, wie heißt deine Lieblingsserie?  Spätestens mit 30+ sind diese Frage überholt, bzw. sie werden von einer einzigen abgelöst: was machst du beruflich?

Das Thema ist natürlich optimal für etwas Small Talk geeignet, denn irgendwas tut eigentlich jeder in meinem Alter und man kann mit der Frage kaum in ein Fettnäpfchen treten. Sie dient aber auch dazu, das Gegenüber einzuschätzen. Schulzeit und Studium sind eine ganze Weile her, jetzt wird die meiste Zeit im Leben mit der Arbeit verbracht. Wie man sich bettet, so liegt man  - oder du bist was du arbeitest.

Blogger, das unbekannte Wesen

Nach zwei Jahren bloggen, könnte ich an dieser Stelle guten Gewissens sagen: als Nebenjob blogge ich. Allerdings verschweige ich dieses Kapitel regelmäßig und ganz bewusst.

Zum einen ist Bloggen sehr exotisch. Viele verstehen einfach gar nicht, was ich da mache. Zum anderen, weil Bloggen negativ belastet ist. Blogger sind aufdringliche Selbstdarsteller, gesegnet mit besonders großem Ego, oder nicht?

Im Nebenjob Blogger

Eine gute Möglichkeit sich schnell über viele Blogger Eindrücke zu holen ist Social Media. Diese Kommunikationskanäle quellen nur so über von Content, den Blogger täglich ins Netz pusten.

Wenn ich YouTube öffne und die „Trend Sektion anschaue, lachen mich Hot Girls, Teeniethemen, fotomontierte Bilder mit Sensationsbotschaft und schlechte Musikvideos an. Ok, YouTube scheint etwas für Kids zu sein, gehen wir zu Instagram.

Bei Instagram ist das Ergebnis erwartungsgemäß optisch ansprechender, handelt es sich doch auch um ein visuelles Medium mit Focus auf quadratische (inzwischen es natürlich auch noch andere Formate) Bilder. Wer sich hier allerdings ohne vorherige Filterung inspirieren lassen will, bekommt - pardon - dicke Hintern auf Steppern, Schmoll-Mund Selfies und Frauen mit seltsamen Körperformen in mehr oder weniger sexy Posen an mehr oder weniger exotischen Orten geboten. 

Sex, Sensation, Tiere und Babys ziehen, das wissen auch viele Blogger, Vlogger und Instagram-Sternchen. Wer will schon zu dieser Gruppe gehören?

Im Nebenjob Blogger - Was ist bloggen? Warum verdient man da Geld (1 von 1)-2

Alles Blog oder was? Was ist bloggen eigentlich?

Anfangs nannte ich meine Website wendyswohnzimmer.de bewusst nicht Blog. Dieser Begriff stieß mich geradezu ab.

Ich wollte mein Angebot viel mehr als Informationsseite über DIY-Themen wissen. Huch wie dröge. Hier sollte es nicht um mich als Person gehen, sondern um Themen. Mein Ziel sollte nicht sein, eine beneidenswerte, schöne Scheinwelt zu konstruieren, sondern Menschen mit Rat und Tag zur Seite zu stehen.

Blogs sind längst keine persönlichen Tagebücher mehr

Mit der Zeit realisierte ich, dass alle Welt meine Website allerdings als Blog verstand. Ich war ein verbaler Geisterfahrer.

Denn unter Bloggen wird längst nicht mehr nur das persönlich geführte (digitale) Tagebuch verstanden.

Unter Blog fällt im Prinzip jede Website mit mehr oder weniger regelmäßig erscheinenden, redaktionell erstellten Beiträgen.

Bloggen als Team

Und längst wird ein Blog nicht mehr nur von einem Einzelkämpfer betrieben. So gibt es Tendenzen, Blogs nicht mehr  als individuelles, von einer Person betriebenes Projekt anzugehen, sondern in Zusammenschlüssen mehrerer Blogger zu betreiben oder gewisse Aufgaben gegen Geld außer Hand zu geben.

Selbst Unternehmen bieten inzwischen häufig einen Blog. Das nennt sich dann Corporate Blog.

Was macht einen Blog aus?

Einige Kriterien haben diese Seiten aber trotzdem mit den kleineren Blogs gemein. Sie sprechen Themen an, die dir und mir im Alltag begegnen, bieten eine persönlichere Sichtweise als die traditionellen, etablierten Medien, bringen eine (scheinbare) höhere Authentizität mit, da der Leser die Menschen hinter dem Projekt kennt.

Oft sind Blogs dann doch auch Selbstdarstellung  kombiniert mit persönlicher Meinung oder ja, kleine Webseiten von Menschen, die einfach darüber schreiben was sie erleben, was sie mögen, wie sie die Welt sehen – ohne jede finanzielle Ambition.

Was ist Bloggen wie Geld verdienen Bloggen

Hinter dem Angebot steht ein "echter" Mensch

Ein Blog vermittelt auf jeden Fall das Gefühl, dass hinter den Inhalten kein gesichtloses Unternehmen sondern „echte“ Menschen wie du und ich stehen. Damit geht eine andere Sicht, eine gefärbte, nicht neutrale Sicht der Dinge einher.

Der Unterschied zwischen Fachzeitschrift und Blog

Ich möchte die persönliche Sichweise gerne an einem Beispiel illustrieren.Ein Blogger schreibt über Fotografie und in diesem Zusammenhang über ein bestimmtest Objektiv für ein Kameramodell.

Der Fachartikel

Das Magazin wird wahrscheinlich einen Test mit mehreren Objektiven der Preisklasse machen und auf die technischen Spezifikationen, Eignung etc. eingehen. Ein gutes Magazin wird sogar ein Labor beauftragen, diese technischen Spezifikationen unter vergleichbaren Bedingungen zu überprüfen. Der Leser wird sachlich informiert und in die Lage versetzt, eine Kaufentscheidung zu fällen. Der Titel des Artikels könnt bspw. lauten „Das neue 85mm F-Objektiv von Müller – im Vergleich mit 85 mm von Becker und dem 70mm von Mustermann“

Der Blogartikel

Der Blogger wird vielleicht auch über Grundlagen aufklären dazu aber seine gefärbte, persönliche Meinung veröffentlichen. Der Titel das Artikels könnte lauten: „Warum ich das neue F-Objektiv von Müller liebe.“

Natürlich ist es als Einzelperson gar nicht möglich, umfangreiche Tests unter Laborbedingungen durchzuführen. Wahrscheinlich wird der Blogger auch keine Referenzprodukte vorführen können, denn diese muss er ja erstmal besitzen. Dafür kann ein Blogger glaubhaft machen, warum das Objektiv für Ihn Sinn macht und ob er nach ausführliche Gebrauch immer noch mit dem Produkt zufrieden ist und es seine Erwartungen in der Praxis erfüllt.

Blogs erzählen persönliche Geschichten über Themen, um die sich sein ganzes Leben dreht. Er bietet daher in seinem Themenbereich eine gewisse Tiefe, die von Journalisten oftmals gar nicht erreicht werden kann.

Und wie verdient der Blogger nun Geld?

Natürlich haben das auch Unternehmen erkannt.

Die Authentizität des Bloggers ist Unternehmen bares Geld wert. Hat sich der Blogger in seinen Bereich besonders hervorgetan, wird sein Blog in bestimmten Themenbereichen als Referenz angesehen. Hat sich der Blogger oder sein Blog als „Marke“ etabliert, ist Werbung auf diesen Websites ein wertvolles Gut.

Den alten Massenmedien stirbt die Kundschaft weg

Werbung - wer denkt da nicht an Werbespots im Fernsehen und Litfaßsäulen? Aber umso jünger die Generation, desto unbedeutender ist die alte Flimmerkiste mit ihren festen Programmpunkten ohne jede Interaktivität.

Die Nutzerzahlen von sozialen Medien oder digitale Angebote wie Maxdome, Netflix übertreffen die Reichweite der traditionellen Massenmedien. Heutige Jugendliche nutzen das Internet intensiv, informieren sich online, ihre Musik kommt nicht von CD sondern als Musikstream, das Abendessen wird über Lieferheld.de bestellt und die Bewerbung als E-Mail verschickt.

Das "Internet" als Wachstumsmarkt

Parallel zu dieser Entwicklung wird auch der Onlinehandel immer wichtiger. Die nachrückenden Generationen sind Digital Natives. Es wird zu einer Verschiebung in die digitale Welt kommen, natürlich  nicht komplett und auf einen Schlag aber das Rad lässt sich nicht zurückdrehen.

Welches Unternehmen mit Konsumartikeln für den persönlichen Gebrauch wird sich dauerhaft ohne Onlineangebot halten? Und wie wird die Marke gepflegt und bekannt gemacht? Im Fernsehen? Durch Kinowerbung? Durch Beilagen und Anzeigen in Tageszeiten deren Auflage schwindet? Das Budget, welches in digitale Werbung wandert, wird zwangsläufig weiter steigen. Genauso wie die Relevanz von sozialen Medien, digitalen Angeboten und Onlinehandel steigen wird.

Geliebte Blogs – warum Werbung auf Blogs so effektiv ist

Mehr Geld für digitale Werbung bedeutet auch mehr Geld für Blogs, denn Blogs bieten eindeutige Vorteile.

Die Zielgruppe

Blogs sprechen eine klar umrissene Zielgruppe an. Entgegen den Massenmedien Fernsehen, Kino, Radio, Tageszeitung, Wochenmagazin ist bekannt, wer hier liest und was die Personen für Interessen mitbringen.

Blogger wollen gelesen werden

Erfolgreiche Blogger sind extrem ehrgeizig und kennen Ihre Leser. Erfolgreiche, engagierte Blogger schaffen kreative Inhalte und betten das Produkt in ihre redaktionellen Inhalte so ein, dass sie größtmögliche Aufmerksamkeit und Resonanz erzeugen.

Im Nebenjob Blogger - Was ist bloggen? Warum verdient man da Geld (1 von 1)-2

Blogger sind Spezialisten für Social Media

Blogger kennen sich mit diesem ominösen Internet aus. Sie sind Spezialisten im promoten Ihrer Inhalte über soziale Medien. Ein gut erstellter, interessanter Inhalt kann über Pinterest (leicht) millionenfach Verbreitung finden.

Selbst wenn der Blog des Ersteller gar nicht angesteuert wird, die im Rahmen der Werbung erstellten Bilder reisen um die Welt und erreichen sehr viele Menschen – auch noch Jahre später.

Das Unternehmen sourct die Contenterstellung aus

Ein professioneller Blogger erstellt hochwertige Inhalte, die durchaus geeignet sind auf Facebook, Instagram, Twitter, Google+, Pinterest etc etc. geteilt zu werden.

Suchmaschiennoptimierung durch Relevanzsteigerung

Und nicht zuletzt bedeutet jeder Link von einem erfolgreichen Blog auf die Website des Unternehmens eine SEO (Suchmaschinenoptimierung) Maßnahme. Es ist zwar sehr umstritten, wie viel solche Links für das Suchmaschinenranking wirklich bedeuten, unbestritten ist allerdings, dass es einen Effekt hat.

Ihr seht, es gibt viele gute Gründe auf Blogs zu werben. Einige Unternehmen haben dies inzwischen erkannt und zahlen gutes Geld für Werbung auf Blogs - ein Grund warum ich inzwischen sagen kann: als Nebenjob Blogger.

abc
INSTAGRAM
@rubyandlion