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Das gekaufte Internet – Produktrezensionen auf Amazon & Co.

Ich liebe Tests!

Meine erste selbst abonnierte Zeitschrift war die PC Player. Ja, ich habe gerne Computer gespielt und las jeden Spieletest mit Hingabe.

Die Bewertung erfolgte nach Punkten. In jedem Bereich waren Punkte zu holen: Benutzung, Spieltiefe, Grafik, Umfang … am Ende stand eine Gesamtpunktzahl und ein Fazit. Natürlich interessierte und begeisterten mich auch andere Bereiche der PC Player aber die Spieletests bilden für mich das Highlight der Zeitschrift.

Fiel die Entscheidung für ein neues Computerspiel, gehörte es garantiert zu den von PC Player  besonders ausgezeichneten und hochbewerteten Spielen. Ich wurde niemals enttäuscht und immer stimmte die Rezension mit meinen persönlichen Eindrücken überein.

PC Player war gestern – Produktrezensionen sind 2018

Vollführen wir den Sprung in das Hier und Jetzt. Inzwischen besitzt fast jeder Onlineshop ein Bewertungssystem und die Möglichkeit Produkte zu rezensieren. Der mehr oder weniger zufriedene Kunde kann in diesem Rahmen seinen Erfahrungen Ausdruck verleihen und Beschreibungen des Produkts abliefern. Die Fachzeitschrift – mit enthaltenen Produktrezensionen – ist zwar nicht gänzlich überholt, hat aber spürbar Konkurrenz bekommen. Der “kleine” Bürger kann nun selbst den Daumen nach oben oder unten vergeben. Die Demokratisierung der Rezension. Eine ziemlich gute Einrichtung, die rege genutzt wird.

Ich schreibe selbst sehr viele Produktrezensionen. Ich möchte Menschen bei Ihren Entscheidungen unterstützen. Und ich möchte gute Produkte und Firmen mit meinen Bewertungen unterstützen.

Bewertungssyteme – hilfreich aber nicht immer aussagekräftig

Leider, leider sind diese Bewertungsysteme mit Vorsicht zu genießen. Zum einen gibt es den überanspruchsvollen, nörgelnden Bürger, der niedrigste Bewertungen vergibt, weil das Paket beschädigt bei Ihm ankam oder ein falscher Artikel versandt wurde. Gefühlt nimmt die Zahl dieser Bürger immer mehr zu. Es wird viel erwartet und Fehler unterlaufen schließlich nur den Anderen.

Zum anderen – und das ist viel schleichender und verzerrender – werden Rezensenten für Ihr Feedback bezahlt oder beeinflusst – für positive wie negative Produktbewertungen!

Bei Produkten, die nur eine geringe Anzahl an Bewertungen besitzen, wiegen diese gefälschten Bewertungen besonders schwer.

Gekaufte  Rezensionen von Produkten

Der ganz plumpe Weg ist, sich positive Bewertungen von willigen Schreiberlingen zu kaufen – oder seine Konkurrenten in Form von 1-Sterne Bewertung in den Ruin zu schreiben.

Da Amazon tatsächlich ziemlich hinter dem Erhalt der Glaubwürdigkeit seines Bewertungssystems hinterher ist, besteht hierbei ein nicht unerhebliches Risiko aufzufliegen. So wurden in der Vergangenheit gegen entsprechende Plattformen, die Rezensenten und zahlungskräftige Auftraggeber zusammenbringen, rechtlich vorgegangen.

Gekaufte Rezensionen wird es immer geben

Klar, wo Mittel sind, da sind auch Wege. Statt leicht googelbare Plattformen zu konsultieren, geht man als Shop-Optimizer dann eben in Foren und geschlossenen Facebook Gruppen auf die Suche nach freien Mitarbeitern oder klaut sich E-Mails von Webseiten und erarbeitet sich seine persönliche Kartei der willigen Rezensenten. Dennoch ist es beruhigend, dass die ganz großen Sammelbecken von Amazon mehr oder weniger schnell trocken gelegt werden.

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Rezension gegen Produkt? Über meine Website Wendys Wohnzimmer flattern fast täglich Anfragen nach Werbung und “Kooperationen” ein.

Produktbewertungen jenseits von Amazon  – alles echt?

Ach, ein Wort zu Onlineshops die kein Amazon im Namen tragen: diesen Rezensionen ist in meinen Augen noch weniger zu trauen.

Zum einen ist die Anzahl meist so gering, dass sie eh nicht aussagekräftig erscheint. Zum anderen  kann sich hier die Marketingabteilung bei Bedarf einfach einloggen und Ihre geschönten Rezensionen gleich selbst tippen – ganz ohne Kontrolle von außen. My Shop – My Rules. Wo ist der Praktikant, wenn man ihn braucht?

Hört sich über den Kamm geschoren an? Ja, irgendwie schon. Das heißt nicht, dass ich nicht oft und gerne in unterschiedlichsten Shops online einkaufe und manchmal auch die Produktbewertungen lese – im Hinterkopf findet dabei aber immer die Vernunft ein Plätzchen.

Legale, “verfälschte” Amazon Bewertungen – wie kommen die nun zustande?

“Glücklicherweise” gibt es aber auch Möglichkeiten, Amazon Rezensionen  zu erhalten, ohne die Amazon-Richtlinien zu verletzen. Hierfür bieten sich Produkttester-Plattformen an, auf denen die Produkte vergünstigt oder kostenfrei an Produkttester vergeben werden.

Diese sind nicht verpflichtet, eine Amazon-Bewertung abzugeben, sondern tun dies auf freiwilliger Basis. Sollte ihnen das Produkt nicht zusagen, steht es frei, eine neutrale oder gar negative Bewertung abzugeben.

Im Prinzip sinnvoll und grade für neue Shops eine Möglichkeit schneller Bewertungen für Ihr garantiert tadelloses Produkt zu erhalten. Wäre da nicht das “Es”, diese Ding was wir nicht so richtig unter Kontrolle haben.

Kunden, die ein Produkt kostenlos oder stark vergünstigt erhalten haben, neigen dazu, das Produkt positiv zu bewerten

Das nennt man dann wohl Win-Win-Situation.

In den USA gehören solche Plattformen bereits zum Standard eines jeden erfolgreichen Amazon-Händlers. In stark umkämpften Produktkategorien werden dort zahlreiche Rabattcodes an Produkttester herausgegeben, um sich gegen Konkurrenten durchzusetzen oder seine Position zu festigen. Auch in Deutschland betreibt Amazon eine absolut legale Bewertungsplattform: zu Amazon Vine werden Rezensenten von Amazon anhand interner Ranglisten eingeladen.

Legale Bewertungsplattformen

Amzstars

Club der Produkttester

ShopDoc

MyTest

Das gekaufte Internet – Produktrezensionen auf Amazon & Co.

Also alles Schmuh oder was? Nein! Ich behaupte, dass immer noch die Mehrzahl der Bewertungen echt sind. Aber daneben eben auch gekaufte und beeinflusste Rezensionen stehen.

Sich der Mechanismen bewusst zu werden, trägt bereits viel dazu bei, das digitale Angebot aufmerksamer zu betrachten, seine ganz eigenen Schlüsse zu ziehen und entsprechend zu handeln.

Mit einem Dank an die Legislative möchte ich an dieser Stelle erwähnen: auch wenn Beschreibung und Rezension nicht stimmen mag, das Recht auf Retoure haben wir immer und davon sollten Du und Ich im Fall der Fälle auf jeden Fall Gebrauch machen!

Was also in Onlineshops ärgerlich ist aber immerhin kein großes Loch in den Geldbeutel reißt, ist auf anderer Ebene viel bedeutender für unsere Wahrnehmung und Meinungsbildung: das gekaufte Internet existiert. Und  nicht nur Rezensionen kommen teilweise unter fragwürdigen Umständen zustande. Viele Onlineshops und Hersteller investieren über sogenanntes Affiliate Marketing in die Sichtbarkeit Ihrer Produkte. Wie das funktioniert? Hier entlang.

Thanks für reading!

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Hello, ich bin Wendy, 36 Jahre alt, aus dem schnuckeligen Tübingen. Bloggerluft schnuppere ich bereits seit einiger Zeit auf meinem DIY Blog WendysWohnzimmer. Aber ich bin so viel mehr als DIY! So entstand diese Seite. Ein Blog, dass ich mit meinem Freund Alex zusammen mit Leben fülle.Was könnt Ihr von mir erwarten? Ausführlichkeit und Herzblut - ganz wie auf wendyswohnzimmer.de - nur mit anderen Themen: Life Work Travel! Thanks für reading & discussing & sharing! Wendy

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